Drei Pflege-Irrtümer beim Hund

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Die Stellung des Hundes hat sich in den letzten Jahren immer wieder gewandelt. Wurde er früher größtenteils als Wach- oder Jagdhund gehalten, hat er heute eher die Stellung eines Begleiters oder sogar Familienmitgliedes inne. Da wundert es nicht, dass für viele Hundebesitzer der regelmäßige Besuch beim Hundefriseur, auch Groomer genannt, inzwischen genauso wichtig geworden ist, wie eine gute Erziehung.

Da die Hunde immer öfter auch auf dem Bett oder der Couch willkommen sind, ist es für viele Besitzer wichtig geworden, dass ihr Hund sauber und gepflegt ist. Dabei gehen nicht nur pflegeintensive Rassen, wie Pudel oder Malteser, zum Friseur. Auch Besitzer von kurzhaarigen Rassen haben entdeckt, dass man die Anzahl der Hundehaare im Haus durch regelmäßige Fellpflege deutlich reduzieren kann. Wer hier nicht selbst zu Shampoo und Schwamm greifen will, der besucht den Groomer. Trotzdem gibt es noch immer einige hartnäckige Irrtümer rund um die Hundepflege:

Irrtum 1: Hunde soll man nicht baden

Wenn man Hunde badet, leidet der Schutzmantel der Tierhaut. Dieser Irrglaube beschäftigt viele Hundehalter, und deshalb verzichten sie gänzlich auf das Baden ihres Vierbeiners. Doch die Sorge ist unbegründet, beruhigt Hundesalon-Inhaberin Ute Klein: „Hundehalter, die ihr Tier in Maßen, also etwa alle acht bis zehn Wochen mit speziellem Hundeshampoo waschen, tun ihrem Tier viel Gutes, denn Ausbürsten und Kämmen alleine beseitigen nicht immer jeden Dreck.“ Gerade wenn die Tiere sich häufig im Dreck wälzen oder durch schmutzige Pfützen rennen, sei es wichtig, den Dreckspatz mit Wasser und Hundeshampoo zu waschen. Der hauteigene Fettfilm regeneriere sich bei wohl dosiertem Baden sehr schnell.
Aber damit ist es nicht getan. „Damit sich die Tiere in ihrer Haut wohl fühlen, ist das anschließende Trockenfönen und gleichzeitige Bürsten genauso bedeutsam. Denn auch auf diesem Weg lösen sich abgestorbene Haare aus dem Fell, die Haut wird gut belüftet, was wiederum Pilz- und anderen Hauterkrankungen vorbeugt“, weiß Ute Klein. Aber Vorsicht: Das Fell nicht zu stark rubbeln, da es auf diese Art schnell verfilzt. Besser ist sanftes ausdrücken des Wassers.

Irrtum 2: Kurzhaar-Rassen benötigen wenig Pflege

Hunde mit kurzem Fell sind in allen Belangen weniger pflegeintensiv. Diese These mag für angehende Hundehalter verlockend klingen. Doch was ist dran? „Bei jedem Hund erneuert sich die oberste Hautschicht monatlich, egal ob kurz- oder langhaarig“, klärt die Vorsitzende der ZZF-Heimtierpfleger Britta Mattes auf. „Deshalb ist es wichtig, gründlich zu kämmen und auszubürsten; nicht zuletzt um auf diesem Weg auch frühzeitig etwaige Hautveränderungen zu erkennen.“ Sein Tier pflegen zu können, sei zudem − wie das Spielen − ein wichtiger Faktor für eine gute Hund-Mensch-Beziehung und daher auch für kurzhaarige Rassen wichtig.
Britta Mattes gibt zudem zu bedenken, dass besonders kurzhaarige Rassen viele Haare verlieren können. Zuweilen ist es wirklich erstaunlich, wie viele Haare auch kleine Rassen, wie Möpse oder Bulldoggen, verlieren können.

Irrtum 3: Fellfärben macht dem Hund nichts aus

Menschen färben sich wie selbstverständlich die Haare, warum nicht mal dem Hund einen neuen Look verpassen? Solche und ähnliche Aussagen hört Britta Mattes immer wieder. Doch so harmlos, wie es klingt, ist der neue Trend nicht. „Es gibt gute Gründe, seinem Hund diese Tortur nicht anzutun“, erklärt Britta Mattes. „Zum einen dauert das Färben des Fells mehrere Stunden. In dieser Zeit muss der Hund stillhalten und kann seinem Bewegungsdrang nicht nachkommen. Viele Hundehalter, die das Fell ihres Tieres färben, machen sich keine Gedanken darüber, dass ihr Tier nun anders riecht und aussieht. Dadurch kann der Vierbeiner möglichweise eine andere, fremde oder sogar aggressive Wirkung auf Artgenossen haben. „Alles in allem ein sehr fragwürdiges Hobby und meist nur ein Vergnügen für den Halter“, so das Resümee der Hundeexpertin. Sie ergänzt: „Die Heimtierpfleger im ZZF haben sich in ihren Leitlinien schon vor langer Zeit dazu verpflichtet, auf das Fellfärben von Hunden zu verzichten.