Invasive Arten: Zierfische

Gelbwangen-Schildkröte
Gelbwangen-Schmuckschildkröte

Invasive Arten: Amphibien und Reptilien

Wer Amphibien oder Reptilien hält oder ihre Anschaffung plant, sollte wissen, welche Tierarten auf der aktuellen Unionsliste über invasive Arten stehen. Die hier gelisteten Arten dürfen nicht in die Europäische Union eingeführt, dort gehandelt, gehalten, gezüchtet oder freigelassen werden. Wer die Tiere bereits vor ihrer Aufnahme in die Unionsliste gehalten hat, darf sie nur bis an ihr natürliches Lebensende – bei ausbruchsicherer Unterbringung – halten und pflegen.

Welche Amphibien und Reptilien stehen auf der EU-Liste über invasive Arten?

  • Kettennatter (Lampropeltis getula sensu lato)
  • Amerikanischer Ochsenfrosch (Lithobates catesbeianus)
  • Rotwangen-, Gelbwangen- und Cumberland-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta)
  • Krallenfrosch (Xenopus laevis, ab August 2024)

Auf der Webseite des Bundesamtes für Naturschutz ist die vollständige Unionsliste abrufbar.

Was kann ich tun, um eine unbeabsichtigte Freisetzung zu verhindern?

  • Bei der Haltung von Amphibien und Reptilien in Innenräumen kann ein unbeabsichtigtes Entkommen durch engmaschige Gitter (z.B. Insektenschutz) an den Fenstern und ggf. Türen verhindert werden.
  • Terrarien und Paludarien können gegen ein unbeabsichtigtes Öffnen durch spezielle Terrarienschlösser oder Scheibensperren gesichert werden.
  • Bei Pflegemaßnahmen sollten die Becken nie kurzfristig unbeaufsichtigt offenstehen und es sollte immer kontrolliert werden, dass die Schiebetüren vollständig geschlossen sind.
  • Aquarien sollten abgedeckt, bzw. der Wasserstand so weit abgesenkt werden, dass die Tiere nicht aus dem Aquarium herausklettern können.
  • Bei der Haltung von Xenopus laevis, Lithobates catesbeianus und auch generell bei Molchen und Amphibienlarven ist besonders darauf zu achten, dass bei Pflegemaßnahmen kein Wasser in die Umwelt gelangt, um eine Verbreitung des Chytridpilzes zu verhindern. Das Wasser (z.B. beim Wasserwechsel) sollte über das Abwasser in die Kanalisation entsorgt werden.
  • Kinder sollten beim Umgang mit Tieren jederzeit unter der Aufsicht eines Erwachsenen sein.

Welche präventiven Maßnahmen gibt es bei der Haltung in Außenanlagen?

  • Witterungsstabile Freigehege, die auch ortstypischer Wind- und Schneelast standhalten.
  • Oben geschlossene Anlagen (z.B. durch engmaschige Netze, Gitter) bei kletternden Arten, ggf. glatte Wände und Überkletterschutz für die Umfriedung.
  • Schutz vor Untergraben bei grabenden Arten (z.B. durch tiefe Mauern und eine Bodenplatte).
  • Gartenteiche begrenzen und mit einer geeigneten vertikalen Barriere sichern, damit Amphibien und Schildkröten nicht entweichen können. Bei Schildkröten bevorzugt undurchsichtige Begrenzungen wie Mauern oder Barrieren aus Holz (Höhe mind. doppelte Carapaxlänge), da Zäune einfacher überklettert werden können
  • Regelmäßige Kontrolle der Haltungseinrichtung auf Schäden durch Nager oder andere Einwirkungen (z.B. Witterung) an Einzäunung, Netzen und Gittern.
  • Eiablagestellen regelmäßig kontrollieren und ggf. die unbeabsichtigt gelegten Eier vernichten.
  • Vor dem Einsetzen in Freianlagen sollten Tiere auf artspezifische Krankheiten getestet werden, um eine Übertragung von Parasiten und Krankheitserregern zu verhindern.

Was kann ich tun, wenn mein Heimtier entkommen ist?

  • Das Tier suchen, dabei ruhig und vorsichtig vorgehen, um es nicht zu verschrecken; ggf. Freunde und Nachbarn um Hilfe bitten.
  • Nachbarn über das Entweichen informieren und um Nachricht bitten, falls das Tier gesichtet wird.
  • Futter am Gehege auslegen, um das Tier in seine gewohnte Umgebung zu locken.
  • Räume geschlossen halten; in Innenräumen und bei feuchtliebenden Arten ggf. feuchte Handtücher o.ä. auslegen oder Wärmestellen einrichten, wo sich die Tiere verkriechen können.
  • Tierheim/Auffangstationen in der Nähe informieren, falls dort ein Fundtier abgegeben wird.

Mehr Informationen findest du hier im Flyer:

Herausgeber:
Bundesverband für fachgerechten Natur-, Tier- und Artenschutz e.V. (BNA)
und Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF)