Achtung Hitze – Verbrennungen bei Reptilien

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Brandwunden gehören leider zu den häufigsten Gründen für Reptilienhalter, mit ihren Tieren eine Tierarzt-Sprechstunde aufzusuchen. Wie kommt es zu diesen Verletzungen und wie kann man sie vermeiden?

Reptilien sind wechselwarme Tiere. Das heißt, dass sie ihre Körpertemperatur regulieren, indem sie Orte mit entsprechender Umgebungstemperatur aufsuchen und ihre Körpertemperatur angleichen, sodass ihr Stoffwechsel optimal laufen kann. Daher sind für viele wärmeliebende Tiere Wärmeplätze sehr wichtig.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, diese Wärmeplätze im Terrarium zu erzeugen. Beliebt sind Spotstrahler. Diese werden jedoch in der Regel sehr heiß. Kletterfreudige Tiere wie zum Beispiel Phelsumen oder Chamäleons, aber auch Schlangen, nutzen die Strahler oft als Kletterhilfe oder als Ausguck. Dabei kommt es zu schweren Verbrennungen, denn die Tiere reagieren nicht oder nur sehr langsam auf die Hautreizung durch die Hitzeeinwirkung. So berichten viele Besitzer, dass sie durch den Geruch verbrennenden Gewebes auf das Malheur aufmerksam wurden.

Da die anatomischen und physiologischen Voraussetzungen für Schmerzwahrnehmung auch bei Reptilien vorhanden sind, muss man davon ausgehen, dass die Tiere Schmerzen spüren können. So darf das Phänomen, dass die Tiere Brandwunden nicht selbst verhindern, nicht missinterpretiert werden als “offenbar nicht so schlimm”.

Brandwunden müssen tierärztlich behandelt werden

Brandwunden bei Reptilien sehen äußerlich auf den ersten Blick oftmals harmlos aus. Sie sollten dennoch unverzüglich durch einen reptilienkundigen Tierarzt behandelt werden, denn die Wunden haben ein hohes Risiko, mit Keimen infiziert zu werden. Unter Umständen ist für die Wundversorgung eine Narkose nötig. Auch muss das Tier je nach Schweregrad der Verbrennung möglicherweise Infusionen zur Stabilisierung des Flüssigkeitshaushalts erhalten. Die Entwicklung des Narbengewebes muss ganz genau verfolgt werden, damit sich keine Beeinträchtigungen des Tieres, zum Beispiel bei der Nahrungsaufnahme, ergeben.

Am sinnvollsten ist es natürlich, es erst gar nicht so weit kommen zu lassen. Gute Dienste leisten daher Schutzkörbe für die Strahler. Sie halten die Tiere von der Hitzequelle fern. Natürlich dürfen die Schutzkörbe selbst sich auch nicht erhitzen. Oberflächen, mit denen die Tiere in Berührung kommen, sollen keinesfalls mehr als 40 Grad Celsius haben. Das gilt auch für die Wärme “von unten”, das heißt durch Heizsteine oder Wärmematten.

Wärmequellen immer mit Licht kombinieren

Reptilien verbinden die Wahrnehmung von Wärme mit der Wahrnehmung von Licht. Daher sollten Wärmequellen immer mit Lichtquellen kombiniert werden. Wärmequellen ohne für die Tiere wahrnehmbaren Lichtreiz, wie es etwa bei Keramikstrahlern der Fall ist, führen noch häufiger zu Verbrennungen. Sie sollten sehr speziellen Einsatzzwecken vorbehalten bleiben. Beraten kann der terrarienkundige Zoofachhändler, der die geeigneten technischen Möglichkeiten kennt.