Brut- und Setzzeit – Die Kinderstube der Wildtiere braucht Ruhe

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Besonders ist der Zeit von Anfang März bis Ende Juli sind die Wildtiere auf unsere Rücksichtnahme angewiesen. In Feld, Wald, Wiesen – auch in unmittelbarer Nähe von Siedlungen – brüten zahlreiche Wildtiere. Jede Störung der Brutplätze bedeutet nicht nur Stress für sie, sondern kann sogar den Tod des Nachwuchses zur Folge haben. Daher ist unsere Rücksichtnahme für die Natur in dieser sensiblen Phase besonders wichtig. Spaziergänger und Naturfreunde sollten die Wege in Wald und Flur nicht verlassen, ihre Hunde stets anleinen und dafür Sorge tragen, dass diese im Einflussbereich des Besitzers bleiben.

Nicht anfassen oder mitnehmen!

Gut getarnt werden Junghasen und Rehkitze von den Muttertieren alleine gelassen und drücken sich bei Gefahr nahezu regungslos in die Feldmulde oder ins Gras. Diese Strategie lenkt von Fressfeinden ab und sichert die Aufzucht. Sie wirken verlassen, werden aber regelmäßig von Muttertieren gesäugt. Riechen sie nach Mensch, werden sie verstoßen. Wenn Sie unsicher sind, ob ein gesichtetes Jungtier Hilfe benötigt, wenden Sie sich an den ortsansässigen Jäger oder die Polizei, aber handeln Sie auf keinen Fall vorschnell in der Annahme, das Tier zu retten. Oftmals ist das Gegenteil der Fall.

Achtung vor Wildschweinen!

Wildschweine verstehen bei Störungen keinen Spaß. Das weibliche Wildschwein, die Bache, bringt ihren Nachwuchs in sogenannten Kesseln zur Welt. Diese richtet sie im dichten Brombeergebüsch oder im Jungaufwuchs von Bäumen und Schilf ein. Gut getarnt sind die Frischlinge in den ersten Tagen noch hilflos und können nicht fliehen. Stöbert ein Hund einen Wurfkessel auf oder geraten Sie bei einem Spaziergang in dessen Nähe, kann es gefährlich werden. Die Bache verteidigt ihren Nachwuchs, wenn sie die Annäherung als Gefahrensituation einschätzt. Frischlinge kommen in der Regel ab Februar, in milden Wintern und bei gutem Nahrungsangebot auch schon früher zur Welt.

Es gelten keine einheitlichen Regelungen zum Zeitrahmen der Brut- und Setzzeit von Wildtieren sowie der damit verbundenen besonderen Aufsichtspflicht für Hundehalter in den einzelnen Bundesländern. Auch zum Thema Leinenpflicht variieren die Bestimmungen in Deutschland. Während beispielsweise in Schleswig-Holstein eine ganzjährige Leinenpflicht im Wald besteht, gibt es in Bayern keine allgemeine Leinenpflicht. Die Regelungen zur Leinenpflicht überlässt Bayern den einzelnen Gemeinden. Allerdings ist es in Bayern verboten, Hunde in Jagdrevieren frei laufen zu lassen. Daher ist es wichtig, dass sich Hundehalter darüber informieren, welche Vorschriften im jeweiligen Bundesland bzw. in der Gemeinde gelten.

Karin Witthohn
Natürlich Hund – Der Hundesalon
Hauptstraße 75
25492 Heist
Tel.: 0176 86960644
www.natuerlich-der-hundesalon.de