Krallenpflege bei Katzen

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Unsere Katzen schätzen wir als Samtpfoten, wenn sie sanft und unschuldig auf dem Sofa liegen. Mäuse denken anders darüber, denn sobald sie von einer Katze gejagt werden, fahren aus den Katzen-Samtpfoten plötzlich nadelspitze Krallen aus, die einen zappelnden Nager eisern festhalten. Da gibt es kein Entkommen!

Die Krallen müssen auch gepflegt werden, was eine gesunde Katze selbst besorgt. Stumpfe Krallen werden von ihr allerdings nicht geschärft. Vielmehr wachsen unter den abgenutzten Krallen nagelneue und sehr spitze heran. Die Katze reckt sich in freier Wildbahn genüsslich an einem Baum mit rauher Borke hoch und kratzt mit den Vorderpfoten daran herunter. Das ist einerseits eine gesunde Streckgymnastik, andererseits werden bei dieser Gelegenheit alte Krallenscheiden abgestreift und die neuen kommen hervor. Am Fuße derartiger Bäume sieht man die stumpfen Krallenscheiden liegen. Einige Bäume werden bevorzugt, weshalb weiß nur die Katze allein.

Das mag uns Menschen egal sein, doch warum bevorzugen Wohnungskatzen manchmal ausrechnet echte Brokatmöbel, Seidentapeten und den wertvollen Eichenschrank als Kratzobjekt? Warum lassen sie den teuren Kratzbaum so oft links liegen? Auch das ist nicht immer klar ersichtlich, doch kann man versuchen, die Katze zu überlisten. Der neue Kratzbaum wird neben das wertvolle Kratzobjekt gestellt, mag es momentan auch noch so sonderbar aussehen. Das Möbelstück verblendet man mit dicker Plastikfolie; es wird mit Abwehrspray, der Kratzbaum mit Lockspray präpariert. Vielleicht hilft es zusätzlich, wenn man mit den Pfoten der misstrauisch blickenden Katze am Kratzbaum entlang fährt, damit er ihren Geruch annimmt.

Mit etwas Glück wird sie ihn zögernd akzeptieren und daran kratzen. Dann rückt man ihn langsam an die gewünschte Stelle. Schließlich wird die Plastikfolie entfernt und der Sieg über den Katzen-Dickkopf dezent gefeiert.

Zuweilen bleiben ältere Katzen mit ihren zu lang gewordenen Krallen an Stoffen hängen. Man kann dann die Spitzen mit einem Fußnagelknipser sorgsam einkürzen. Das ist nicht für die Dauer, hilft aber. Damit darf nicht die operative Krallenentfernung verwechselt werden. Sie ist in Deutschland aus Tierschutzgründen längst verboten, wird aber noch in einigen amerikanischen Staaten durchgeführt („declawing“). Damit konnten die Katzen an den Möbeln kein Unheil mehr anrichten, hatten aber Probleme mit dem Festhalten beim Klettern.

Katzen reagieren bekanntlich auf Gewalt mit Gegengewalt — und werden dann meist unsauber. Man muß sie daher sanft zu ihrem Glück überreden.