Welpen und Kitten – Wie finde ich einen seriösen Züchter?

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Kleine Hunde und Katzen verzaubern Menschenherzen. Wer sich entscheidet, ein solches Tier anzuschaffen, sollte aber genau hinschauen, wo er kauft. Denn zwielichtige Tierhändler scheren sich nicht um das Tierwohl und wollen nur das schnelle Geld.

Geschunden, durstig und todkrank, so kommen manche Hunde und Katzen über dunkle Wege in Deutschland auf den Markt. Dort werden sie dann von den Händlern verkauft, manchmal sogar noch aus dem Kofferraum. Der Deutsche Tierschutzbund veröffentlicht regelmäßig Schreckensmeldungen, wenn die Polizei mal wieder irgendwo einen Transport entdeckt. Die Tiere haben dann oft ein Martyrium hinter sich. Manche überleben das nicht.

Wer sich einen Hund oder eine Katze anschafft, tut dies wohl meistens in der Annahme, dass dieses Tier lange in der Familie bleiben wird. Damit der Halter sicher sein kann, dass er und das Tier zusammenpassen, sollte er sich im Vorfeld ausführlich informieren. Welches Tier, welche Rasse soll es sein? Muss es überhaupt eine Rasse sein? Was passt zur Familie? Welche Bedürfnisse hat das Tier und kann der Mensch diese bedienen? Und schließlich die Frage: Woher soll ich den Hund oder die Katze holen?

„Beim Hund lege ich mich für eine lange Zeit fest“, sagt Udo Kopernik, Pressesprecher beim Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH). Daher sollte Mensch die Sache gründlich angehen. Wer sich für einen Hund interessiere, könne zum Beispiel auf Hundesportplätzen mit anderen Haltern ins Gespräch kommen, um von deren Erfahrungen zu profitieren. Hunderassen unterscheiden sich nicht nur äußerlich, sondern auch im Verhalten. Deshalb sei es wichtig, so Kopernik, dass die Bedürfnisse des Tieres mit jenen der Halter zusammenpassen. „Man kann sich notieren, was man auf keinen Fall will, bevor man eine Wahl trifft“, sagt er. So hätten beispielsweise manche Hundefreunde keine Lust auf aufwändige Fellpflege. Ist der Mensch ein Jogger, sollte der Hund idealerweise auch gerne weitere Strecken laufen.

Wer sich dann für eine Rasse entscheidet und ein junges Tier in die Familie holen möchte, sollte nach einem seriösen Züchter suchen. Gewerbliche Züchter präsentieren sich im Internet in aller Regel auf eigenen Seiten. Dort ist dann nachzuvollziehen, wo der Züchter wohnt und wie er zu erreichen ist. Zwielichtige Händler nutzen hingegen oft Verkaufsplattformen im Internet, wo ihre Angebote vom Betreiber der Plattform nicht überprüft werden. Gibt der Anbieter lediglich seine Handynummer an oder etwa eine E-Mail- Adresse auf einem kostenlosen Webportal, sollte man stutzig werden.

Ist die Mama da?

Beim Züchter dann sollte der Interessent darauf achten, unter welchen Umständen die Welpen leben. Ist die Mutter der Tiere anwesend? Udo Kopernik warnt, dass dubiose Anbieter auch schon mal ein fremdes Tier als Mutter ausgeben. Manchmal stammten die Welpen aus unterschiedlichen Würfen.

Einen seriösen Züchter erkenne man hingegen auch daran, dass er dem Interessenten „Löcher in den Bauch fragt“, wie Kopernik sagt. Denn solche Züchter wollen, dass es ihren Welpen auch im neuen Zuhause gut geht. Deshalb geben sie ihre Tiere oft auch nicht beim ersten Besuch gleich weg. „Schlafen sie nochmal drüber“, höre der Interessent dann vielleicht dort, so Kopernik.

Ganz ähnlich verhält es sich bei jungen Katzen. Auch hier gibt es Händler, die sich als Züchter ausgeben und sich nicht um das Tierwohl scheren. Die Tierärztin Moira Gerlach arbeitet an der Akademie für Tierschutz des Deutschen Tierschutzbundes und betreut dort das Thema Katze. Wie beim Hund sollte sich ein Interessent über den Anbieter einer Katze informieren. Auf den großen Verkaufsportalen im Internet sei oft nicht eindeutig zu erkennen, ob es sich tatsächlich um eine seriöse Katzenzucht oder doch nur um einen zwielichtigen Händler handelt, so Gerlach. Selbst wenn der vorgebliche Züchter eine eigene Seite im Netz hat, kann es sich dabei um jemanden handeln, der nur auf das schnelle Geld aus ist. Solche Seiten dienten allein dem Zweck, Interessenten etwas vorzugaukeln.

Einer ersten telefonischen Kontaktaufnahme sollte stets der persönliche Besuch beim Züchter folgen. „Ein guter Züchter wird einen Besuch anbieten, auch mehrfachen Besuch, und zwar zuhause und nicht auf irgendeinem Parkplatz“, so Gerlach. Auch bei Katzen wird der seriöse Anbieter Fragen an den Interessenten stellen, zu wichtigen Sachverhalten aufklären und seinerseits alle Fragen beantworten können.

In einer verantwortungsvoll geführten Katzenzucht würden eine, vielleicht zwei Rassen gezüchtet, sagt die Tierärztin. Auch hier sollte die Mutter der Kitten anwesend sein. Die jungen Katzen sollten nicht zu früh von ihr getrennt werden, keinesfalls vor Vollendung der achten Lebenswoche. Besser wäre es, so Gerlach, wenn die Tiere erst mit zehn, zwölf Wochen aus dem Wurf gegeben werden. Die Tiere sollten zudem medizinisch versorgt sein und über eine Grundimmunisierung verfügen. Auch ein implantierter Transponder sei sinnvoll.

Verspüre der Interessent Zweifel daran, dass die Katzen tierschutzgerecht und verantwortungsvoll aufgezogen wurden, sollte er immer von einem Kauf absehen, sagt Moira Gerlach. Sowohl für Katzen- als auch für Hundezüchter gibt es in Deutschland Verbände, die Auskunft über Züchter geben können. Hat der Mensch dann einen passenden Anbieter gefunden, steht einem langen, glücklichen Leben mit einem tierischen Mitbewohner nichts mehr im Wege.

Autor: Dominic Heitz