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Hitze-Tipps für Heimtiere

Hitze-Tipps für Heimtiere: In der warmen Jahreszeit brauchen Heimtiere viel Flüssigkeit und Abkühlung.
In der warmen Jahreszeit brauchen Heimtiere viel Flüssigkeit und Abkühlung.

Was machst du, wenn dir im Sommer zu heiß ist? Du kannst ein Eis essen, ins Freibad gehen oder einen Ventilator anstellen. Deinen Heimtieren können die hohen Temperaturen genauso zu schaffen machen. Auch Hund, Katze, Kaninchen und Co. reagieren empfindlich auf Hitze und brauchen wie wir Schatten, Abkühlung und Ruhepausen. Wir erklären dir, worauf du in der heißen Jahreszeit achten solltest und wie du deinen tierischen Lieblingen helfen kannst.

Viele Tiere können nicht schwitzen

Wenn wir bei Wärme oder körperlicher Anstrengung schwitzen, wird Wasser über unsere Schweißdrüsen in der Haut abgegeben. Schwitzen ist für uns eine wirksame Methode, um unseren Körper vor Überhitzung zu schützen und die Temperatur unseres Körpers bei etwa 37 Grad Celsius zu halten. Das nennt man Thermoregulation. Unser Schweiß besteht vor allem aus Wasser plus ein paar Elektrolyte wie Natrium, Kalzium, Chlorid und Magnesium. Beim Verdunsten auf der Haut nimmt dieses Wasser erhebliche Mengen an Wärmeenergie auf – das entzieht unserem Körper überschüssige Wärme und sorgt für Abkühlung. 

Pferde haben am Ansatz jedes einzelnen Haares eine Schweißdrüse. Die ausdauernden Läufer geben etwa 85 Prozent der Wärme durch die Verdunstung ab. So eine körpereigene „Klimaanlage“ zur Abkühlung haben aber nur wenige Tiere. Kaninchen zum Beispiel haben keine Schweißdrüsen und schwitzen nicht, Meerschweinchen und andere Nager auch nicht. Und Fische? Naja, die erst recht nicht. Hunde und Katzen haben Schweißdrüsen nur an einigen Stellen, zum Beispiel an ihren Pfoten. Die Vierbeiner können ihren Wärmehaushalt übers Hecheln regulieren. 

Hecheln kühlt durch die Verdunstung von Wasser. Wichtig ist deshalb auch, dass Heimtiere wie Hunde, Katzen, Kleinsäuger und Vögel im Sommer immer ausreichend Flüssigkeit aufnehmen und jederzeit schattige, kühlere Plätze aufsuchen können. Unter Schatten spendenden Bäumen, Büschen oder Hecken, unter Sonnenschirmen oder überdachten Bereichen ihres Geheges oder in angenehm temperierten Räumen sollten sie der Hitze entfliehen können. 

Hunde

Das Hecheln ist für Hunde eine effektive Methode der Thermoregulation. Die Vierbeiner verdunsten Wasser über ihre große Zunge, das heißt, durch Hecheln bewegen sie die Luft hin und her und dabei verdunstet durch den starken Luftwechsel eine große Menge Flüssigkeit. Dabei entsteht Verdunstungskälte, die das Blut in der Zunge kühlt und auf diese Weise die Körpertemperatur absenkt. Um hecheln zu können, müssen Hunde viel trinken. 

Übrigens: Bei Hunden, die so gezüchtet wurden, dass sie nur noch eine kurze Schnauze haben, klappt das Hecheln und damit die Abkühlung nicht gut!

Unsere Hitze-Tipps:

  • Verlege das Gassigehen in die kühleren Morgen- oder Abendstunden
  • Nimm für unterwegs Wasser mit, das du deinem Hund immer wieder anbietest
  • Vermeide beim Spazierengehen zu große Anstrengungen
  • Lass deinen Hund niemals allein im Auto zurück, auch nicht für kurze Zeit!

Hunde lieben es, im Sommer auf kühlenden Flächen zu liegen: Über direkten Kontakt zwischen dem warmen Hundekörper und beispielsweise einem kühlenden Steinfußboden kann so die Wärme durch Wärmeleitung (Konduktion) aus dem Hund abfließen. 

Für Erfrischung an heißen Sommertagen sorgt bei Hunden auch ein Bad im See oder Pool. Lass deinen Hund aber nicht zu schnell ins kühle Nass springen! Vor dem Baden sollte sich dein Vierbeiner erst langsam abkühlen, um den aufgeheizten Körper an die Temperatur des kalten Wassers zu gewöhnen. Außerdem solltest du dich über die Wasserqualität im See informieren, weil stehende Gewässer manchmal Nährboden für Bakterien und gesundheitsschädliche Algen sind. Im Zoofachhandel sind für den Wasserspaß auch Hunde-Pools oder zur Abkühlung spezielle Matten und Decken erhältlich.

Lies hier, warum du deinen Hund im Sommer niemals allein im Auto lassen solltest!

Hitze-Tipps für Heimtiere: Bei Hitze sollten auch Hunde am besten so oft wie möglich den Schatten aufsuchen.
Bei Hitze sollten auch Hunde am besten so oft wie möglich den Schatten aufsuchen.

Katzen

Sie sitzen am hellen Fenster oder räkeln sich in der Sonne: Die meisten Hauskatzen genießen den Sommer durchaus, denn ihre Vorfahren bewohnten trockene, heiße Steppengebiete. Bei Temperaturen über 30 Grad Celsius, die tagelang anhalten, kann aber auch ihnen zu heiß werden. Wie alle Vierbeiner benötigen sie schattige Plätzchen in der Wohnung oder im Garten und legen sich gern auf kühlere Böden wie Fliesen oder Steinplatten.  

Das Hecheln ist auch bei Katzen ein natürliches Verhalten zum Beispiel bei Überanstrengung oder eben für den Verdunstungseffekt. Wie Hunde haben sie Schweißdrüsen an den Pfoten, was aber nicht besonders effizient zum Abkühlen ist. Wird es zu warm, hecheln Katzen, um die oberen Atemwege zu belüften und sich über die Verdunstung an den Schleimhäuten abzukühlen. Um die Verdunstungskälte zu nutzen, lecken sich Katzen außerdem das Fell nass.

Unsere Hitze-Tipps:

  • Lass die Zimmertüren geöffnet: Deine Katze sucht sich den kühlsten Platz 
  • Stelle ihr immer genügend frisches Wasser (an mehreren Plätzen) zur Verfügung 
  • Reibe das Fell mit einem feuchten Handtuch oder Waschlappen ein
  • Tägliches Kämmen hilft deiner Katze, ihr überschüssiges Fell loszuwerden
  • Ventilatoren nur unter Aufsicht verwenden (Verletzungsgefahr)

Katzen verlieren bei Hitze viel Flüssigkeit, was sie durch Trinken ausgleichen sollten. Manche Katze sind allerdings Trinkmuffel – mit ein paar „Tricks“ lassen sie sich zum Trinken bzw. zur Aufnahme von Flüssigkeit animieren: Du kannst Wasser anbieten, das du mit etwas ungewürzter Hühnerbrühe oder Katzenmilch vermischst, oder zusätzlich etwas Wasser unter das Nassfutter rühren. Füttere lieber mehrmals kleinere Mengen über den Tag verteilt – Nassfutter kann bei Hitze schnell verderben und Fliegen anlocken, die ihre Eier darin ablegen.

Kleinsäuger

Auch Kaninchen können hecheln, das kann man sehen, wenn sie im Sommer langgestreckt auf der Seite liegen und sich der Bauch schnell hebt und senkt. Dieser Effekt der Thermoregulation ist aber begrenzt. Kaninchen können aber auch noch über die gut durchbluteten Ohren Wärme abführen. Gerne nutzen sie aber – wie Meerschweinchen auch – die Wärmeleitung (Konduktion) zwischen ihrem Körper und einer kühlenden Oberfläche, um ihre Körpertemperatur abzusenken. Im Außengehege können Erdbauten oder eine mit Sand befüllte Buddelkiste daher für Abkühlung sorgen, ebenso mit Fliesen oder Steinen ausgelegte, nicht besonnte Flächen. 

Das Außengehege sollte so angelegt sein, dass den Kleinsäugern jederzeit ein schattiger, luftiger Platz zur Verfügung steht. Bäume oder Sträucher können als natürliche Schattenspender dienen, alternativ können zum Beispiel Sonnensegel zum Einsatz kommen. Nicht vergessen: Die Sonne wandert! Ein Platz, der morgens noch Schatten bietet, kann im Laufe des Tages in der prallen Sonne liegen. Auch das Häuschen kann schnell zum Brutkasten werden, wenn sich die Hitze darin staut. 

Steht das Gehege drinnen, sollte das Zimmer morgens und abends gut durchgelüftet werden. Kleinsäuger wie Meerschweinchen, Kaninchen oder Hamster vertragen keine Zugluft, die zu Augenentzündungen führen kann. Daher ist ein Ventilator vor dem Gehege ungeeignet. 

Unsere Hitze-Tipps:

  • Feuchte den Sand in der Buddelkiste oder den Boden (Rasen, Steine, Fliesen) an schattigen Stellen des Außengeheges leicht an, das sorgt für einen Kühleffekt
  • Lege Kühlakkus oder Flaschen mit gefrorenem Wasser unter einen umgedrehten Tontopf – die Tiere sollten nicht direkt mit den Kühlelementen in Berührung kommen oder sie anknabbern können
  • Im Sommer solltest du noch mehr auf Hygiene achten und Futterreste oder „gehamstertes“ Frischfutter möglichst schnell entfernen; Wassernapf und -tränke solltest du täglich reinigen und regelmäßig mit Frischwasser füllen

Vögel

Wusstest du, dass auch viele Vogelarten hecheln? Ihre Körpertemperatur ist zwar meistens etwas höher als unsere, trotzdem kann auch ihnen zu heiß werden. Durch die Luftsäcke im Vogelkörper, die wie Blasebälge wirken können, ist dieses Hecheln sehr effektiv. Beim Hecheln legen zum Beispiel Wellensittiche ihr Gefieder oft ganz eng an den Körper, damit sich keine wärmenden Luftschichten zwischen den Federn bilden können. Damit ihr Körper besser abkühlt, spreizen sie zusätzlich ihre Flügel. 

Wenn deine Vögel bei warmem Wetter hecheln oder die Flügel spreizen, ist es also höchste Zeit, für Abkühlung zu sorgen. 

Ob im Zimmer, im Garten oder auf dem Balkon – das Vogelheim sollte nie in der prallen Sonne stehen und immer Schattenplätze bieten. Am besten wird die Voliere an einer gut belüfteten Stelle ohne Zugluft platziert. Um die Vögel vor der Sonne zu schützen, kann ein Teil der Voliere mit hellen Tüchern abgedeckt werden. Dabei unbedingt beachten, dass sich die Wärme darunter nicht staut. In der Wohnung wird Stauwärme durch regelmäßiges Lüften morgens und abends verhindert.

Unsere Hitze-Tipps:

  • Besprühe die Vögel mit lauwarmem Wasser oder lege ein feuchtes Tuch über die Voliere
  • Ein flaches Vogelbad sorgt für Abkühlung, das Wasser sollte aber nicht eiskalt sein
  • Wechsle das Trink- und Badewasser mehrmals am Tag
  • Decken- oder offene Ventilatoren können beim Freiflug extrem gefährlich werden!
Hitze-Tipps für Heimtiere: Leuchten, Filter und andere Geräte heizen die Temperatur im Aquarium zusätzlich auf.
 Leuchten, Filter und andere Geräte heizen die Temperatur im Aquarium zusätzlich auf.

Fische

Fische schwitzen natürlich nicht. Wie alle wechselwarmen Tiere sind Fische genauso warm wie ihre Umgebung. Über die Kiemen, die für die Atmung eine große Menge Wasser bewegen müssen und wie eine Zentralheizung oder Klimaanlage wirken, gleichen sich die Temperaturen von Körper und Wasser schnell aus. Das Problem: Bei warmem Wasser nimmt die Stoffwechselrate der Fische stark zu, gleichzeitig ist etwas weniger Sauerstoff im Wasser gelöst. Beides wirkt sich negativ auf die Atmung aus. Glücklicherweise können Fische akklimatisieren, also ihren Stoffwechsel an höhere Temperaturen anpassen, wenn die Erwärmung langsam erfolgt.  Wenn es allerdings zu warm wird, hilft nur, die Wassertemperatur zu regulieren. 

Wie du das Wasser im Aquarium abkühlen kannst, erfährst du auf dem Aquaristik-Portal myfish.de im Beitrag Sommer im Aquarium.

Abkühlung im Tierreich

Manche Tiere nutzen recht skurrile Methoden, um sich abzukühlen. Störche zum Beispiel koten ab und zu auf die Beine, damit das verdunstende Wasser das Blut in den Beinen kühlt. Rothirsche und Wildschweine wälzen sich zur Abkühlung in morastigen Erdsenken – das „Suhlen“, also das Wälzen im Schlamm, schützt nicht so dicht behaarte Hautpartien außerdem vor Insekten wie Zecken, Flöhen oder Mücken.

Manche Tiere, wie zum Beispiel Tenrecs (kleine Wirbeltiere aus Madagascar, die wie Igel aussehen) nutzen ganz andere Prinzipien: Sie regeln ihre Körpertemperatur nicht besonders genau. So können sie mit Körpertemperaturen knapp über 10 Grad Celsius aktiv umherlaufen oder bei Körpertemperaturen nahe an 30 Grad Celsius ruhen.

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3. Juli 2024

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