Wo und wann braucht mein Hund einen Mikrochip?

Hund mit Mikrochip zur Identifizierung
Die Europäische Union hat eine Chip-Pflicht für Hunde und Katzen beschlossen. Copyright: Adobe/Eugenio Marongiu

Künftig EU-weite Chip- und Registrierungspflicht für Hunde

In Deutschland gibt es bislang keine allgemeine Chip-Pflicht für alle Hunde. Ob dein Hund einen Mikrochip haben und registriert sein muss, hängt derzeit vor allem davon ab, in welchem Bundesland du lebst. Mit der neuen EU-Verordnung wird eine solche Pflicht in Zukunft jedoch für alle Hunde in der Europäischen Union (EU) eingeführt.

Die EU hat 2026 neue Regeln für den Schutz von Hunden und Katzen beschlossen. Sie sehen vor, dass Hunde künftig in der gesamten EU mit einem Mikrochip gekennzeichnet und in einer Datenbank registriert werden. So soll sich ein Tier eindeutig seinem Halter zuordnen lassen und leichter zurückverfolgt werden können.

Für Hundehalter wichtig: Die neue Pflicht gilt nicht sofort für alle Hunde. Die EU sieht dafür lange Übergangsfristen vor.

Ab wann müssen private Hundehalter ihren Hund chippen lassen?

Für Hunde, die als Heimtiere privat gehalten werden, gilt die neue EU-weite Chip- und Registrierungspflicht ab dem 31. August 2036.

Wichtig: Bis dahin gelten weiterhin die bestehenden Vorschriften der jeweiligen Bundesländer. So müssen etwa in Niedersachsen alle Hunde bereits mit einem Mikrochip gekennzeichnet sein. In Sachsen gibt es dagegen derzeit keine landesrechtliche Chip-Pflicht für Hunde.

Anders ist es bei Hunden, die verkauft oder an einen neuen Besitzer abgegeben werden. Hier greifen die neuen Vorgaben bereits früher: Ab dem 31. August 2030 müssen diese Hunde entsprechend den neuen EU-Vorschriften gekennzeichnet und registriert sein.

Die wichtigsten Fristen auf einen Blick

  • 31. August 2036: Spätestens ab diesem Zeitpunkt müssen auch privat gehaltene Hunde EU-weit grundsätzlich gechippt und registriert sein.
  • 31. August 2030: Für Hunde, die verkauft oder auf andere Weise an einen neuen Besitzer abgegeben werden, gelten die neuen Vorgaben bereits früher.
  • Schon heute: Bestehende Chip- und Registrierungspflichten in Deutschland bleiben bestehen. Schreibt dein Bundesland bereits heute einen Mikrochip vor, musst du dich weiterhin daran halten.

Du möchtest mit deinem Hund ins Ausland reisen? Dafür gelten schon heute eigene Vorschriften zur Kennzeichnung mit einem Mikrochip. Mehr dazu erfährst du im Abschnitt „Mikrochip ist Pflicht für Reisen ins Ausland“.

Was ändert sich bei der Registrierung?

Zum Mikrochip gehört künftig auch die Registrierung. Die Identifikationsnummer des Chips und weitere Angaben zum Hund und seinem Halter werden in einer dafür vorgesehenen Datenbank gespeichert. Die nationalen Datenbanken sollen so miteinander verbunden werden, dass die Daten eines Hundes auch über Ländergrenzen hinweg überprüft werden können.

Was steht auf dem Mikrochip?

Der Mikrochip enthält eine individuelle Identifikationsnummer. Nach den neuen EU-Vorgaben beginnt diese Nummer künftig mit dem Code des Landes, in dem der Hund gekennzeichnet wurde. Dieser Ländercode zeigt deshalb nicht unbedingt an, wo ein Hund geboren wurde oder ursprünglich herkommt.

Was bedeutet das für dich und deinen Hund?

Hast du bereits einen gechippten und registrierten Hund, bedeutet die neue EU-Verordnung also nicht, dass du jetzt automatisch einen neuen Chip einsetzen lassen musst. Wichtig ist zunächst, welche Vorschriften aktuell an deinem Wohnort für deinen Hund gelten.

Spätestens ab 2036 gelten dann für privat gehaltene Hunde in der gesamten EU einheitliche EU-weite Chip- und Registrierungspflichten.

Welche Chip-Pflichten gelten aktuell in Deutschland?

In Deutschland leben nach Angaben des ZZF – Zentralverband der Heimtierbranche rund 10 Millionen Hunde. Wer Hunde hält oder züchtet, muss sich an die Tierschutz-Hundeverordnung (TierSchHuV) halten. Diese gibt bereits seit 2001 allgemeine, umfassende Anforderungen vor, wie Hunde in Deutschland gehalten werden dürfen, damit es ihnen im Sinne des Tierwohls gut geht und sie gesund bleiben. Zum Beispiel müssen Hunde sich ausreichend bewegen („Gassipflicht“), zudem sind schmerzhafte Erziehungsmittel und Anbindehaltung verboten.

Zusätzlich zur Tierschutz-Hundeverordnung legt jedes Bundesland weitere spezielle Vorschriften für das Halten von Hunden fest. Die einzelnen Gesetze und Verordnungen regeln zum Beispiel auch, wo und wie du deinen Hund registrieren lassen musst und ob dein Hund einen Mikrochip oder eine andere Kennzeichnung benötigt. 

Aktuell müssen in acht Bundesländern alle Hunde mit einem Mikrochip gekennzeichnet sein. In einigen Bundesländern sind nur sogenannte „Listenhunde“ zu kennzeichnen, zum Beispiel mit Mikrochip oder Tätowierung (als „Listenhunde“ gelten Rassen, die von den Behörden als gefährlich eingestuft werden. In Bayern zum Beispiel sind dies Rassen wie Pit-Bull oder Tosa-Inu).

Was ist ein Mikrochip für Hunde?
Ein Mikrochip für Hunde, auch „Transponder“ genannt, ist ein kleines Implantat, das von einer Tierärztin oder einem Tierarzt unter die Haut des Hundes eingesetzt wird. Eine Narkose ist für das Einsetzen des etwa reiskorngroßen Transponders nicht notwendig. Der Chip speichert eine 15-stellige, individuelle Identifikationsnummer, die sich mit einem speziellen Lesegerät auslesen lässt.

Hinweis: Ab dem 1. Januar 2028 müssen neu implantierte Mikrochips für Reisen innerhalb der EU einen Ländercode enthalten. Der Ländercode bezeichnet das Land, in dem das Tier erstmals gekennzeichnet wurde. Bereits zuvor ordnungsgemäß gekennzeichnete Hunde müssen deshalb nicht erneut gechippt werden.

Damit ein gefundener Hund über seine Chipnummer zu dir zurückgebracht werden kann, registriere ihn bei einem Haustierregister, zum Beispiel kostenlos bei TASSO oder FINDEFIX. Vergiss nicht, deine Kontaktdaten nach einem Umzug oder einer Änderung der Telefonnummer zu aktualisieren.
Wichtig: Prüfe zusätzlich, welche behördliche Anmeldung an deinem Wohnort vorgeschrieben ist!

Was müssen Hundehalter über Mikrochips wissen? 

Als Halterin oder Halter musst du dich frühzeitig informieren: Welche Registrierung deines Hundes ist für das Bundesland, in dem du wohnst, verpflichtend? Hier erfährst du, was für welches Bundesland gilt. Außerdem verlinken wir jeweils das komplette Gesetz bzw. die Verordnung für die Bundesländer (für Fehler oder unvollständige Angaben übernehmen wie keine Haftung): 

Mikrochip ausnahmslos für alle Hunde

In diesen Bundesländern müssen alle Hunde mit einem Mikrochip gekennzeichnet sein: Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen.

Berlin 
Die Halterin oder der Halter hat auf eigene Kosten dafür zu sorgen, dass ein Hund, der den dritten Lebensmonat vollendet hat, mit einer fälschungssicheren Kennzeichnung versehen wird. Außerdem besteht bei Beginn der Haltung eine Registrierungspflicht im zentralen Hunderegister. 
Gesetz über das Halten und Führen von Hunden in Berlin 

Brandenburg 
Ein Hund, der älter als acht Wochen ist, ist auf Kosten der Halterin oder des Halters mit Hilfe eines Mikrochip-Transponders dauerhaft zu kennzeichnen. Der örtlichen Ordnungsbehörde ist die Haltung und die Nummer des Mikrochips unverzüglich mitzuteilen. 
Verordnung über das Halten und Führen von Hunden

Bremen
Seit 2025 gilt das Bremische Gesetz über das Halten von Hunden (BremHundeG) in Bremen: Alle Hunde müssen eindeutig durch einen Mikrochip gekennzeichnet und in einem Register erfasst werden. Hunde, die als gefährlich eingestuft wurden, dürfen nur mit behördlicher Genehmigung gehalten werden.

Außerdem besteht in Bremen seit dem 1. Juli 2026 für alle, die sich einen Hund anschaffen wollen, grundsätzlich die Pflicht, eine Sachkundeprüfung abzulegen – eine theoretische Prüfung vor Aufnahme des Hundes und einen praktischen Teil innerhalb eines Jahres nach Aufnahme des Hundes.

Hamburg
Jede Halterin und jeder Halter eines Hundes ist verpflichtet, ihren oder seinen Hund fälschungssicher kennzeichnen zu lassen. Dies gilt für alle Hunde, die ihren dritten Lebensmonat vollendet haben. Der zuständigen Behörde müssen die Chipnummer sowie weitere Angaben übermittelt werden. 
Hamburgisches Gesetz über das Halten und Führen von Hunden

Niedersachsen
Hunde, die älter sind als sechs Monate, müssen durch einen elektronischen Mikrochip gekennzeichnet sein. Jede Halterin und jeder Halter muss den eigenen Hund beim Hunderegister anmelden. Wer einen Hund hält, muss die dafür erforderliche Sachkunde („Hundeführerschein“) nachweisen. Ob du dafür eine Prüfung ablegen musst, hängt unter anderem von deiner bisherigen Erfahrung und anerkannten Qualifikationen ab.
Niedersächsisches Hundegesetz

Sachsen-Anhalt
Jede Person oder Stelle, die einen Hund hält, ist verpflichtet, den Hund spätestens sechs Monate nach der Geburt durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt mit einem Mikrochip kennzeichnen zu lassen. Der zuständigen Behörde müssen die Chipnummer sowie weitere Angaben übermittelt werden.  
Gesetz zur Vorsorge gegen die von Hunden ausgehenden Gefahren

Schleswig-Holstein
Ein Hund, der älter als drei Monate ist, ist durch einen elektronischen Transponder zu kennzeichnen. 
Gesetz über das Halten von Hunden

Thüringen 
Hunde sind mit einem fälschungssicheren elektronisch lesbaren Mikrochip kennzeichnen zu lassen. Die Kennzeichnung muss spätestens innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Haltung erfolgen; für Welpen ist die Kennzeichnung frühstens nach dem dritten Lebensmonat vorgesehen. Der zuständigen Behörde müssen die Chipnummer sowie weitere Angaben übermittelt werden.
Thüringer Chippflichtverordnung

Mikrochip für Listenhunde und als gefährlich eingestufte Hunde

In Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz müssen Listenhunde und als gefährlich eingestufte Hunde mit einem Mikrochip gekennzeichnet sein.

Bayern
Welche Rassen die grundsätzliche Pflicht zur Kennzeichnung betrifft, regelt die bayrische Verordnung über Hunde mit gesteigerter Aggressivität und Gefährlichkeit („Kampfhunde-Verordnung“).

Hessen
Gefährliche Hunde sind durch einen elektronisch lesbaren Chip zu kennzeichnen. Die Kriterien für die Einstufung als gefährlicher Hund sind in der hessischen Gefahrenabwehrverordnung über das Halten und Führen von Hunden definiert. Die Halterin oder der Halter muss der örtlichen Ordnungsbehörde die Kennzeichnung durch eine tierärztliche Bescheinigung nachweisen. 

Rheinland-Pfalz 
Das Landesgesetz über gefährliche Hunde führt die Rassen American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Hunde des Typs Pit Bull Terrier als Listenhunde auf. Eingeschlossen sind auch Hunde, die von einer dieser Rassen oder diesem Typ abstammen. Sie sind, ebenso wie nach dem Gesetz als gefährlich geltende Hunde per Mikrochip zu kennzeichnen. Die Halterin oder der Halter muss der zuständigen Behörde die Kennzeichnung durch eine tierärztliche Bescheinigung nachweisen. 

Mikrochip für Listenhunde, als gefährlich eingestufte Hunde und große Hunde 

Das Landeshundegesetz für Nordrhein-Westfalen weist eine Besonderheit auf: Die Chip-Pflicht gilt auch für Hunde, die ausgewachsen eine Widerristhöhe von mindestens 40 cm oder ein Gewicht von mindestens 20 kg erreichen. 

Kennzeichnung bei Listenhunden und als gefährlich eingestuften Hunden

In Baden-Württemberg und Saarland müssen Listenhunde und als gefährlich eingestufte Hunde eine Kennzeichnung erhalten, die Art der Kennzeichnung ist aber nicht vorgegeben.

Baden-Württemberg
Laut Polizeiverordnung über das Halten gefährlicher Hunde müssen diese eine Kennzeichnung tragen, die nicht verändert werden kann und eine eindeutige Identifikation des Hundes ermöglicht (zum Beispiel Tätowierung oder Mikrochip). Kampfhunde und als gefährlich eingestufte Hunde müssen am Halsband zusätzlich eine Kennzeichnung tragen, die eine Ermittlung des Halters oder der Halterin ermöglicht.

Saarland 
Die betreffenden Hunde müssen dauerhaft, zum Beispiel mittels Tätowierung oder Mikrochip, gekennzeichnet sein und zusätzlich ein Halsband tragen, das eine Ermittlung der Halterin oder des Halters ermöglicht. Die Halterin oder der Halter muss der örtlichen Polizeibehörde die Kennzeichnung durch eine tierärztliche Bescheinigung nachweisen.
Polizeiverordnung über den Schutz der Bevölkerung vor gefährlichen Hunden

Kennzeichnung bei als gefährlich eingestuften Hunden

In Mecklenburg-Vorpommern legt die Verordnung über das Führen und Halten von Hunden eine Kennzeichnung für gefährliche Hunde fest, die nicht verändert werden kann (zum Beispiel Tätowierung oder Mikrochip). Das Kennzeichen und die Kontaktdaten der Halterin oder des Halters müssen der örtlichen Ordnungsbehörde mitgeteilt werden.

Keine Pflicht zur Kennzeichnung

Das einzige Bundesland, das aktuell keine allgemeine landesrechtliche Pflicht zur Kennzeichnung von Hunden vorsieht, ist Sachsen.

Wer einen gefährlichen Hund halten will, braucht die Erlaubnis der zuständigen Kreispolizeibehörde und muss die Sachkunde nachweisen, die in der Regel durch eine Prüfung festgestellt wird.
Gesetz zum Schutz der Bevölkerung vor gefährlichen Hunden

Kosten für den Mikrochip
Die Kosten für den Mikrochip bzw. Transponder sind abhängig von der Größe sowie von Modell und Hersteller. Hinzu kommen die Kosten für das Einsetzen, die Dokumentation und gegebenenfalls weitere tierärztliche Leistungen. Für das Einsetzen sieht die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) im einfachen Satz 10,24 Euro vor, für das Ablesen einer Kennzeichnung 4,59 Euro – jeweils zuzüglich Umsatzsteuer. Je nach Praxis und Hund kann der 2- oder 3-fache Gebührensatz anfallen. Frage deine Tierarztpraxis nach den voraussichtlichen Gesamtkosten.
Tipp: Informiere dich vor dem Einsetzen des Mikrochips, ob die Krankenversicherung für deinen Hund die Kosten übernimmt.

Mikrochip ist Pflicht für Reisen ins Ausland

Für Reisen in andere EU-Länder braucht dein Hund grundsätzlich einen Mikrochip, einen gültigen EU-Heimtierausweis und eine gültige Tollwutimpfung. Für bestimmte Reiseziele gelten zusätzliche Anforderungen. Bei Verstößen gegen die Vorschriften kann die Einreise oder Rückreise verweigert oder Quarantäne angeordnet werden.

Hinweis: Falls dein Hund vor dem 3. Juli 2011 mit einer Tätowierung gekennzeichnet wurde, ist diese zwar noch erlaubt, wenn sie gut lesbar und im EU-Heimtierausweis vermerkt ist. Um Probleme an der Grenze zu vermeiden, ist aber ein Mikrochip auch bei tätowierten Hunden sinnvoll. Für Kennzeichnungen nach dem 3. Juli 2011 ist grundsätzlich ein Mikrochip erforderlich.

Ab dem 1. Januar 2028 müssen neu implantierte Mikrochips für Reisen innerhalb der EU einen Ländercode enthalten. Der Ländercode bezeichnet das Land, in dem das Tier erstmals gekennzeichnet wurde. Bereits zuvor ordnungsgemäß gekennzeichnete Hunde müssen nicht erneut gechippt werden.

Innerhalb der EU muss der Mikrochip den geltenden technischen EU-Anforderungen (ISO-Standard 11784 oder 11785) entsprechen, damit er von Lesegeräten an den Grenzstationen erkannt werden kann. Außerdem ist ein EU-Heimtierausweis erforderlich, der neben der Chipnummer auch Angaben zum Tier, zur Halterin oder zum Halter sowie zur Tollwutimpfung enthält. 

Bei Reisen außerhalb der EU können die Regeln stark variieren, was zum Beispiel Gesundheitszeugnisse oder Quarantänezeiten betrifft. Manche Länder stellen zusätzliche Anforderungen an den Standard des Mikrochips und den Zeitpunkt des Implantierens.

Ein frühzeitiger Check in der Tierarztpraxis hilft dir, alle Vorgaben einzuhalten.

Autorin: Stefanie Klinge, ZZF