Manche Katzen sind ziemlich „trinkfaul“. Während viele Hunde regelmäßig aus dem Wassernapf schlabbern, nehmen Katzen oft nur kleine Mengen Flüssigkeit zu sich. Das liegt unter anderem an ihrer Herkunft: Die Vorfahren unserer Hauskatzen lebten in trockenen Regionen und waren darauf spezialisiert, mit wenig Wasser auszukommen. Unsere Stubentiger trinken oft weniger, als sie eigentlich müssten. Besonders bei Hitze oder einer überwiegenden Fütterung mit Trockenfutter kann das zum Problem werden. Wir zeigen dir, wie du deine Katze mit einfachen Tricks zum Trinken animierst und woran du einen möglichen Flüssigkeitsmangel erkennst.
Warum ausreichend Trinken so wichtig ist
Wasser erfüllt im Körper zahlreiche lebenswichtige Aufgaben. Es unterstützt den Stoffwechsel, die Verdauung und hilft dabei, Stoffwechselprodukte über die Nieren auszuscheiden. Nimmt eine Katze dauerhaft zu wenig Flüssigkeit auf, werden Nieren und Harnwege stärker belastet. Auch das Risiko für Harnkristalle und Harnsteine kann steigen.
Besonders Katzen, die überwiegend Trockenfutter erhalten, sollten ausreichend trinken. Im Gegensatz zu Nassfutter enthält Trockenfutter nur wenig Wasser und trägt deshalb kaum zur Versorgung mit Flüssigkeit bei.
Bei Hitze steigt der Flüssigkeitsbedarf
Viele Katzen genießen warme Sommertage und suchen sich gerne einen Platz am Fenster oder in der Sonne. Doch anhaltende Hitze kann auch ihnen zusetzen. Katzen können nur eingeschränkt schwitzen und kühlen ihren Körper unter anderem durch Hecheln oder indem sie ihr Fell ablecken. Dabei verlieren sie zusätzliche Flüssigkeit, die wieder aufgenommen werden muss.
An heißen Tagen solltest du deshalb immer mehrere frische Wasserquellen bereitstellen. Außerdem helfen kühle Rückzugsorte in der Wohnung oder im Garten. Viele Katzen legen sich bei hohen Temperaturen gern auf Fliesen oder Steinböden und suchen selbstständig die kühlsten Plätze auf.
Auch Hund, Kaninchen und Co. reagieren empfindlich auf Hitze. Wir erklären dir, worauf du in der heißen Jahreszeit achten solltest und wie du deinen tierischen Lieblingen helfen kannst: Hitze-Tipps für Heimtiere

7 Tipps für trinkfaule Katzen
1. Mehrere Wasserstellen anbieten
Viele Katzen trinken lieber „unterwegs“ als an einem festen Platz. Stelle deshalb mehrere Wassernäpfe in verschiedenen Räumen auf. Besonders beliebt sind Orte, an denen sich deine Katze häufig aufhält oder vorbeikommt.
2. Wasser und Futter getrennt platzieren
Nicht jede Katze mag es, wenn das Wasser direkt neben dem Futternapf steht. Häufig werden Wasserstellen besser angenommen, wenn du sie mit etwas Abstand zum Futterplatz aufstellst.
3. Verschiedene Näpfe ausprobieren
Manche Katzen bevorzugen breite, flache Schalen, andere trinken lieber aus Gläsern oder tieferen Gefäßen. Auch das Material kann eine Rolle spielen. Keramik, Glas oder Edelstahl werden oft besser akzeptiert als Kunststoff. Probiere aus, welche Variante deine Katze am meisten annimmt.
4. Frisches und fließendes Wasser anbieten
Vielleicht bevorzugt deine Katze fließendes Wasser? Ein Trinkbrunnen kann dazu beitragen, die Wasseraufnahme spielerisch zu unterstützen. Bei Brunnen mit integrierten Sensoren lässt sich dabei sogar das Trinkverhalten der Katze überwachen.
Ob Trinknapf oder Trinkbrunnen: Du solltest das Wasser regelmäßig wechseln und den Napf gründlich reinigen.
5. Mehr Flüssigkeit über das Futter anbieten
Wer überwiegend Trockenfutter füttert, kann den Speiseplan durch Nassfutter ergänzen. Viele Katzen nehmen dadurch automatisch mehr Flüssigkeit auf. Auch etwas Wasser, das über das Trockenfutter gegeben wird, kann helfen.
Gerade im Sommer sind mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt sinnvoll, da Nassfutter bei Wärme schneller verdirbt.
6. Alternativen für mehr Flüssigkeit im Futter
Im Zoofachhandel erhältst du auch spezielle Katzen-Suppen, funktionelle Getränke oder Toppings. Sie können die tägliche Aufnahme von Flüssigkeit ergänzen und werden von vielen Katzen gern angenommen. Eine Alternative ist auch Trockenfutter oder gefriergetrocknetes Futter, das mit warmem Wasser angerührt werden muss.
7. Vorlieben deiner Katze beobachten
Jede Katze hat eigene Gewohnheiten und Vorlieben. Manche bevorzugen kühles Wasser, andere trinken lieber aus einem erhöht stehenden Gefäß. Beobachte, wo deine Katze trinkt und welche Angebote sie gern nutzt, und passe die Wasserstellen entsprechend an.

Woran erkennst du Flüssigkeitsmangel?
Trinkt eine Katze über längere Zeit zu wenig, können verschiedene Warnsignale auftreten. Dazu gehören:
- trockene Schleimhäute
- Appetitlosigkeit
- Müdigkeit
- geringere Aktivität
- auffällige Verhaltensänderungen
Wenn du solche Symptome bemerkst oder den Verdacht hast, dass deine Katze zu wenig Flüssigkeit aufnimmt, solltest du sie tierärztlich untersuchen lassen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Stelle mehrere Wassernäpfe in der Wohnung auf
- Biete frisches Wasser an und reinige die Näpfe regelmäßig
- Halte Wasser- und Futterplatz möglichst getrennt
- Probiere unterschiedliche Näpfe und Standorte aus
- Ergänze Trockenfutter bei Bedarf durch Nassfutter
- Achte besonders im Sommer auf die Flüssigkeitsaufnahme
- Beobachte Veränderungen im Trinkverhalten deiner Katze
Trinkbrunnen, zusätzlicher Wassernapf oder Nassfutter: Oft reichen schon kleine Veränderungen aus, damit eine Katze mehr Flüssigkeit aufnimmt. Da jede Samtpfote eigene Vorlieben hat, lohnt sich ein wenig Ausprobieren. Besonders an heißen Tagen solltest du darauf achten, dass deiner Katze jederzeit frisches Wasser zur Verfügung steht. So trägst du dazu bei, dass sie gesund und fit bleibt.